Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm wird neu aufgelegt

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Neu: Jetzt höhere Prämien und artgebundene Förderung

Schmetterlinge sollen von der neuen Programmausgestaltung mehr profitieren

Auch Schmetterlinge sollen von der neuen Programmausgestaltung besser profitieren

München. In der neuen Förderperiode der EU, die bis 2020 dauert, wird das Vertragsnaturschutzprogramm in Bayern ab 2015 neu aufgelegt. Die bisherigen Maßnahmen werden beibehalten sowie Vorgaben an die Landwirte flexibler gestaltet. Mit einer erfolgsorientierten Variante zur Erhaltung artenreichen Grünlands wird erstmals ein neuer Weg beschritten: Die Prämienzahlungen sind dabei nicht wie bisher an die Einhaltung von Auflagen gebunden, sondern an den Erhalt bestimmter Arten in den Wiesen geknüpft. Zukünftig werden außerdem Brachestreifen in Wiesen gefördert. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz gefährdeter Arten wie Braunkehlchen und vieler Tagfalter geleistet. Da Ziegen herausragende und kostengünstige Biotoppfleger auf verbuschten Weiden sind, wird auch die Ziegenbeweidung im neuen Vertragsnaturschutzprogramm erstmals honoriert. Um den am Programm teilnehmenden Landwirten den höheren Aufwand bzw. die geringeren Erträge abzugelten, werden auch die Prämien im Vertragsnaturschutz angepaßt.

Derzeit beteiligen sich am bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm über 18.000 Landwirte. Sie bewirtschaften 67.000 Hektar Äcker, Wiesen, Weiden und Teiche naturschonend – damit sind zwei Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Bayern in das Programm einbezogen. Bayernweit werden jährlich rund 28 Millionen Euro ausbezahlt, davon werden rund zwölf Millionen aus EU-Mitteln bereitgestellt. Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist Spitzenreiter im Vertragsnaturschutz. Hier werden rund 5.300 Hektar Flächen naturverträglich bewirtschaftet. Insgesamt 645 Betriebe nehmen am Programm teil und erhalten jährlich Prämien in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro.

Der Schutz des heimischen Naturreichtums und der vielfältigen Kulturlandschaften durch freiwillige Maßnahmen von Landwirten hat sich seit Jahrzehnten bewährt und wird auf dieser soliden Basis fortgesetzt. Anläßlich eines Besuchs im Naturschutzgebiet Unslebener Trockenhänge im Landkreis Rhön-Grabfeld betonte der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber, Ziel sei es, „Naturschutz im gesellschaftlichen Konsens.“ Den erfolgreichen bayerischen Weg des kooperativen Naturschutzes werden man in Bayern konsequent weiterverfolgen. Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz seien dabei die wichtigsten Werkzeuge und hätten zentrale Bedeutung für die Umsetzung des Biodiversitätsprogramm Bayern 2030. Im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms werden seit 30 Jahren freiwillige ökologische Leistungen der Landwirte wie naturschonende Beweidung, Verzicht auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel oder späte Mahd von artenreichen Wiesen finanziell honoriert. Der Vertragsnaturschutz beweise seit vielen Jahren, so der Minister, daß sich Landwirtschaft und Naturschutz nicht ausschließen. Mit der Neuauflage des Vertragsnaturschutzprogramms führe der Freistaat das erfolgreiche Modell nahtlos fort und entwickle es inhaltlich deutlich weiter.

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