Der „Maskara“: BJB hält uns den Spiegel vor

Theatergruppe Wippstetten präsentiert Betrügereien mit Lachgarantie

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Schon wieder a Watsch’n – der arme Sepperl…

Wippstetten. Am Wochenende fanden die ersten Aufführungen des „Maskara“ in Hub statt. Die Premiere war am Samstag vor gut gefülltem Saal. Das Stück hatte für die Zuschauer viele Lacher parat, obwohl das Thema Trickbetrug für Betroffene eher nicht zum Lachen ist.

Der Maskara war dem Darsteller Georg Oberhofer wie auf den Leib geschneidert. Überzeugend sagte er den Dorfbewohnern ihre Zukunft voraus und verkaufte ihnen für ihr Erspartes seine unsichtbaren Masken. Durch die Leichtgläubigkeit und Eitelkeit der Dörfler hatte er leichtes Spiel. Außerdem verbündete er sich mit Miadei, einer Taglöhnerin, die wußte wie man den feinen Herren aus dem Dorf das Geld aus der Tasche ziehen konnte und die von Marlene Englberger erfrischend dargestellt wurde. Die Rolle der Bürgermeistersgattin, die nicht länger Frau von einem „Kuadorfhäuptling“ bleiben wollte und ihren Gatten scharf unter ihrer Fuchtel hatte, wurde von Johanna Wachinger eindrucksvoll gespielt. Der Bürgermeister, dem keiner zuhörte und der sich erst durch die Maske des „großen Redner´s“ in einen solchen verwandelte, war für Michael Stadlöder ein Rolle, die er mit Bravour meisterte. Besonders seine Rede, die er an seine Kollegen und Kolleginnen hielt, war ein Glanzlicht des Stückes. Auch der Bäckermeister Toagerl, der nicht seiner Lebtag nur Semmeln drehen wollte, wurde von Alois Gruber gekonnt dargestellt. Für Manfred Gruber, der in der Rolle des Lehrbuben Sepperl sein Debüt feierte, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, mag das dem erfreulichen Anlaß widersprechend und seiner schauspielerischen Leistung zum Trotz nicht gerade ebenso erfreulich gewesen sein. Mußte der Debütant doch einige Watsch’n von seinem „Meister“ einstecken.

In der Rolle des Wirtes, der – wie könnte es anders sein – von höheren Bierpreisen träumte und sich für den Erfolg bei Frauen die Maske des Charmeurs wünschte, glänzte Josef Aichner. Die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der er den Gastronom verkörperte, ließen stellenweise durchaus Zweifel an einer Theaterrolle aufkommen, so überzeugend war die Darstellung. Die Hebamme, deren größter Wunsch es war, endlich einen Mann zu finden, was nur mit der Maske der Wollust zu erreichen war, wurde von Gabi Pritsch als alternde Jungfer gekonnt dargestellt. Auch die Rolle des Knechts ließ mit Bastian Hanisch einen weiteren Debütanten glänzen.

Alle ließen sich vom Maskara an der Nase herumführen, bis auf Pater Friedl, der von dem dritten neuen Darsteller Alexander Wirthmüller ebenfalls sehr souverän gespielt wurde. Natürlich war da auch noch „der Ungläubige“. Sebastian Apfelböck hatte keine Probleme mit dieser Rolle. Seinen Unmut über die Leichtgläubigkeit der anderen und das Mißtrauen gegenüber dem Fremden kaufte ma ihm zu jeder Zeit ab. Gemeinsam schmiedeten der Pater und „der Ungläubige“ einen Plan, wie der Maskara überführt und die Dorfbewohner wieder zur Vernunft gebracht werden können. Am Ende aber war der Betrüger mit dem Geld und Miadei über alle Berge.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der hat nächstes Wochenende nochmal die Möglichkeit, sich eine der Aufführungen anzusehen. Der „Maskara“ wird gegebn am Freitag, 18. November, und Samstag, 19. November, jeweils um 20 Uhr und am Sonntag, 20. November, um 14 Uhr im Gasthaus Schwab in Hub.

Text: Gabi Pritsch
Foto: BJB Wippstetten

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