Freistaat übernahm Porzellanikon in Selb

Erstes staatliches Museum in Oberfranken

Luftbild es Porzellanikon in Selb

Das Porzellanikon in Selb

Selb. Im Rahmen einer Feierstunde wurde vor zwei Tagen das Porzellanikon Selb offiziell in die Trägerschaft des Freistaates Bayern übernommen. Es ist das größte Spezialmuseum für Porzellan und Technische Keramik. Als Träger fungierte bisher der Zweckverband Deutsches Porzellanmuseum, in dem der Landkreis Wunsiedel, die Große Kreisstadt Selb und die Stadt Hohenberg an der Eger zusammengearbeitet hatten. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region hat aber die Leistungsfähigkeit der Mitglieder des Zweckverbandes an ihre Grenzen kommen lassen. Der Freistaat Bayern sichert nun den Fortbestand der renommierten Einrichtung sowie die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und eröffnet museumspädagogisch neue Möglichkeiten.

„Weißes Gold“ prägte Alltagsleben der Menschen in Nordbayern

Wie Minister Spaenle in seiner Festrede zum Ausdruck brachte, ist das Engagement des Freistaats für das Porzellanikon mehr als sinnvoll: Mit seinen beiden Standorten in Selb-Plößberg und in Hohenberg an der Eger stehe es für die Identität dieses Teils von Bayern. Damit würdigte der Minister zugleich die Bedeutung der Porzellanindustrie im nordöstlichen Oberfranken und in der benachbarten Oberpfalz. Das „weiße Gold“ hat die Wirtschaftsentwicklung, vor allem aber das Alltagsleben der Menschen zwischen Bayreuth und Selb über gut 200 Jahre maßgeblich geprägt und steht in enger Verbindung zu Firmennamen wie Rosenthal, Seltmann oder Walküre. Der wirtschaftliche Umbruch in den vergangenen Jahrzehnten hat allerdings tiefe Spuren in der Region hinterlassen.

200.000 Exponate im Bestand

Das Porzellanikon besteht aus drei Museumseinrichtungen, dem Europäischen Industriemuseum für Porzellan, dem Europäischen Museum für Technische Keramik und dem Rosenthal-Museum. Die Bestände umfassen rund 200.000 Exponate, die durch Dauerleihgaben der Sammlungen Rosenthal und Hutschenreuther ergänzt werden. Das Museum findet aufgrund der Bestände nationale und internationale Beachtung. Von den Ausstellungen, die das Museum künftig zeigen wird, erwartet sich der Minister, daß sie die Geschichte des Porzellans und seines Designs ebenso darstellen, wie die Herstellung desselben bis hin zu der der technischen Keramik als Ergebnis modernster Innovation. Auch zukünftige Anwendungs- und Nutzungsfelder von Porzellan und Keramik sollen gezeigt werden.

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