Lug und Betrug bei den Soja-GenTec-Tests

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Testreihen so ausgelegt, daß sie Risiken erst gar nicht untersuchen

giftzone gentechnik in der euMünchen. Am 14. September stimmten die EU-Mitgliedsländer über die Zulassung neuer Gentechnik-Soja ab. Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) hatte durch seine bisherigen Enthaltungen bei früheren Abstimmungen die Zulassung der Soja indirekt befürwortet. Vor diesem Hintergrund gab es brisante Neuigkeiten:

Bei einer Analyse von Antragsunterlagen der Firmen Bayer und Dow AgroSciences stellte das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie Testbiotech fest, daß bei der Risikoprüfung von Gentechnik-Sojapflanzen wichtige Bereiche nicht berücksichtigt wurden.

Der Bayer-Konzern setzte im Versuchsanbau nur rund ein Kilogramm Glyphosat pro Hektar ein – unter Praxisbedingungen werden dagegen Aufwandmengen von bis zu vier oder sogar acht Kilogramm pro Hektar empfohlen. Die Pflanzen der Firma Dow AgroSciences sind gegen mehr Herbizidwirkstoffe resistent, als aus dem Prüfbericht der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hervorgeht. Entsprechende Daten zur Risikobewertung fehlen.

„Die Risikoprüfung dieser Sojabohnen ist ein Fake“, faßte Christoph Then von Testbiotech die bislang vorliegenden Erkenntnisse in einer Erklärung des Instituts zwei Tage vor der Brüsseler Entscheidung zusammen und ging damit an die Öffentlichkeit. „Die derzeitige Zulassungspraxis erinnert an den Abgasskandal: Die Prüfung der Gentechnik-Pflanzen ist so organisiert, daß die eigentlichen Risiken gar nicht erst untersucht werden“, so Then in München. Geholfen hat es nichts. Einen Tag nach der Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten erreichte uns aus Brüssel die Nachricht, daß keine ausreichende Mehrheit gegen die Zulassung von Gentechnik-Sojabohnen von Bayer und Dow AgroSciences erreicht wurde. Heute, drei Tage nach der Abstimmung, ist das genaue Abstimmungsverhältnis aktuell immer noch nicht bekannt. Wir vermuten einmal, daß Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU wider besseren Wissens für die Bundesregierung mit einer erneuten Stimmenthaltung den Weg für den Anbau der Giftsoja in der EU freigemacht hat und jetzt, so kurz vor der Bundestagswahl, die EU den Mantel des Schweigens über das Abstimmungsverhalten breitet. Es würde uns auch nicht wundern, wenn diese Umstände erst nach dem 24. September, also nach der Wahl in Deutschland bekannt würden. Brüssel versucht alles, um nur ja keine Unruhe in die Reihen der Gentechnik-Gegner zu streuen, um eine ganz bestimmte Oppositionspartei von Berlin fernzuhalten.

Testbiotech will jetzt die EU-Kommission, die in den nächsten Wochen über die Zulassung entscheiden wird, doch noch davon überzeugen, die Gen-Soja zu stoppen.

Quelle: Testbiotech e.V.

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