Schlägt so das Poroschenko-Regime zurück?

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Ukrainische Menschenrechtlerin „verunglückt“ auf Weg nach Italien

irin bereschnaja

Irina Bereschnaja

Irgendwo auf einer Bergstraße in Kroatien auf dem Weg Richtung Italien – es finden sich im Internet keine Hinweise auf den tatsächlichen Ort des Geschehens – geschieht am 7. August 2017 ein vorerst unverständlicher Unfall. In einer Serpentine schießt eine Limousine über die Straße hinaus und stürzt in den Abgrund. In dem Wagen stirbt außer dem Fahrer die „Stimme der Nation“, die ukrainische Menschenrechtsaktivistin Irina Bereschnaja (36). Ihre achtjährige Tochter kommt leicht verletzt mit dem Leben davon.

Selbst erschossen, selbst erhängt, selbst aus dem Fenster gestürzt – so die offiziellen Angaben schon im Jahr 2015 zur beginnenden „Selbstmordwelle“ ukrainischer Oppostionspolitiker. Wir hatten damals die Vorfälle aufgegriffen und kritisch über ihre seltsame Reihung und ihre Begleitumstände berichtet. Wegen ständiger Bedrohung und Lebensgefahr sind zudem in den Jahren 2014 und 2015 Hunderte von Oppositionellen aus der Ukraine nach Rußland und in die EU emigriert.

Die Oppositionellen, die es in der Ukraine heute noch wagen, so wie Irina öffentlich aufzutreten, sind zweifellos sehr mutige Menschen, denn die Methoden des Poroschenko-Regimes und seiner profitgierigen in- und ausländischen Verbündeten sind inzwischen noch brutaler und offenkundiger geworden. Vorfälle aus dem Jahr 2016 belegen das. Über die Schicksale von Regierungskritikern in der Ukraine schweigen währenddessen die deutschen Medien und westliche Menschenrechtsorganisationen. Sie passen nicht in das Bild der neuen, „demokratischen“ Ukraine, welche vom IWF, den USA und der EU mit Milliarden unterstützt wird. Der jüngste Vorfall, der Unfalltod der Menschenrechtlerin Irina Bereschnaja vom Samstag wirft ein erneutes Schlaglicht auf die dubiosen Vorfälle um kritische Journalisten, ukrainische Politiker und Oppositionelle. Aber auch auf Erklärungsversuche vereinzelter Organe der deutschen Systempresse.

Die ausgebildete Juristin Bereschnaja stammte aus Lugansk und war von 2007 die sieben Jahre bis zum Staatsstreich Abgeordnete der Partei der Regionen in der Werchowna Rada. Nach dem Putsch im Februar 2014 plädierte sie dafür, daß die Partei nicht wieder zu den Wahlen antritt. Man dürfe das Putschregime, so Bereschnaja, „nicht durch Teilnahme am Wahlprozeß legitimieren“. Seither wurde sie nicht müde, UN, EU, Medien und NGO’s auf Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine hinzuweisen oder sich direkt mit der Kiewer Regierung anzulegen.

Nun ist ein Verkehrsunfall mit Todesfolge nicht gerade etwas Außergewöhnliches. Selbst dann nicht, wenn es sich bei einem der Opfer um eine in der ganzen Ukraine als „Stimme der Opposition“ bekannte Aktivistin und Menschenrechtlerin handelt. Wenn aber ein Fahrzeug auf einer relativ gut ausgebauten Straße zwischen Kroatien und Italien mit einem Berufschauffeur und vermutlichem Bodygard mit spezieller Fahrerausbildung am Steuer und der darin befindlichen Kiewkritikerin aus einer Serpentine fliegt, läßt das aufhorchen. Zudem die Unfallursache nach offiziellen Angaben weiterhin noch ungeklärt ist. Der Fahrer habe vermutlich „die Kontrolle über das Fahrzeug verloren“, kommentierte die Kiewer Onlinezeitung „Linkes Ufer“. Die achtjährige Tochter der 36jährigen hat den Unfall dank eines Kindersitzes mit leichten Verletzungen überlebt. Damit scheint ja dann auch alles geklärt.

Auffällig an der ganzen Sache: Deutsche Medien schweigen beharrlich zu dem Vorfall. Fällt aber in Nord-Korea ein Menschenrechtler vom Rad, wäre das zwangsfinanzierte Geschrei und Mainstream-Blätterrauschen tagelang wohl unüberhörbar. Aber bei einer ukrainischen Oppositionellen? Noch dazu einer aus der abtrünigen Region Lugansk stammend und womöglich im Auftrag des Brüssel und Berlin wohlfeilen Schokoladenoligarchen gemeuchelten? Das wäre nur schwer erklärbar und so ist es besser, die prominente Tote auch diesmal unter den Tisch zu kehren.

Man kann das Problem natürlich auch so angehen, wie das der Kölner Stadt-Anzeiger am 17. April 2015 mit anderen prominenten Toten tat. Dort nahm man sich im Beitrag „Olga Moros, Oles Busina, Oleg Kalaschnikov – Rätselhafte Mordserie in der Ukranine“ des gewaltsamen Dahinscheidens der drei genannten an und wurde auch bei der Tätersuche fündig. Es sei „tatsächlich nicht auszuschließen, daß Rußland seine offiziell verleugnete Militärintervention in der Ukraine durch die zum Teil blutigen Bombenanschläge unterstützt, die Charkow und Odessa seit Monaten erschütterten. Aber auch durch provokative Morde in der Hauptstadt Kiew“, heißt es dort. Nur um dann geich im nächsten Satz die Alternative zu präsentieren: „Allerdings sind ukrainische Rechtsradikale zu ebenso mörderischen Gewalttaten fähig“. Nachdem die Welt aber den bösen Putin in Syrien als eine Art „Friedensengel“ kennengelernt hat, verfängt die Verteufelungsmasche jetzt nicht mehr besonders und es fehlt hier auch ein böses Stück der Wahrheit. Nämlich der Hinweis, daß Poroschenkos Regierung von dem Tod aller Opfer in der seltsamen Suizid- und Tötungswelle am meisten profitiert. Und auch die Tatsache, daß seine Regierung mit den Ukraine-Nazis paktiert, einen ihrer gefürchteten und besonders grausam vorgehenden Kampfverbände offiziell in die ukrainische Armee einband, um ihn im Osten des Landes auch gegen die Zivilbevölkerung vorgehen zu lassen.

Auszuschließen als Hintergrund und Ursache für jedes einzelne Opfer ist rein gar nichts, aber die Meistbegünstigten zu verschweigen, hat was. Davon profitieren auch – schauen wir auf das Inland und den Dreck vor der eigenen Haustüre – die in Deutschland regierenden Blockparteien. Kritische Gedanken, die der Mainstraem nicht breit tritt, behindern die Akteure von CDU, CSU, SPD, FDP, GRÜNE und LINKE weder in Berlin noch in Brüssel in ihrem schändlichen Tun in Sachen Ukraine und ihrer Menschenrechts-Doppelzüngigkeit. Das Ignorieren der Vorgänge und aller möglichen Hintergründe um die friedliche ukrainische Opposition und ihrer herausragenden Köpfe ist für den gerade auf Touren kommenden Bundestagswahlkampf Balsam. Stellen Sie sich eine Führerin Merkel vor, die um den Schein eines Hauchs von Demokratie zu wahren, einer ohnehin schon gärenden Volksmasse auf Wahlkundgebungen erklären müßte, warum die Bundesregierung das Kiewer Terrorregieme mit kräftigen Finanzspritzen direkt oder auch indirekt mit Umweg Brüssel am Leben und so den Kriegszustand dort im Osten am Brodeln hält währenddem dessen Vorgehen gegen die Opposition dem eines Erdogans in nichts nachsteht. Kein Thema, bei dem einem friedliebenden Bürger nicht die Galle hochkochen würde und schon zweimal kein Thema, mit dem es sich im Wahlkampf gut punkten ließe.

Der Tod von Irina Bereschnaja und seine mediale Aufbereitung könnten tatsächlich auch in Deutschland einen zusätzlichen Funken an die Lunte legen, mit der sich das etablierte Parteienkartell seit 2015 anschickt, sich selbst in die Luft zu jagen. „Befeuern“ wird der Mainstream eine solche Entwicklung keineswegs, denn zumindest für die zwangsfinanzierte Abräumergilde in den öffentlich-rechtlichen Anstalten könnte sie auch das „Aus“ unter anderem an den fetten Trögen des GEZ-Selbstbedienungsladens bedeuten. Es wird also einmal mehr an uns Wählern liegen, durch unsere Stimmzettel die Dinge in’s rechte Lot zu rücken. Sorgen auch Sie dafür, daß die Wahrheit unter’s Volk und dadurch unter anderem vielleicht die dubiosen Vorgänge um die politische Opposition in der Ukraine durch finanzielle Austrocknung des Putschistenregimes aufgedeckt werden. Dies wäre wohl die vernünftigste Art im Umgang mit dem tragischen Tod der Menschenrechtlerin Irina Bereschnaja…

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