Südtirol: KJ2 erregt die Gemüter

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Trentino-Südtirol Bärenland

Bärenland Trentin

Trient. Nur wenige Kilometer von der Landeshauptstadt Südtirols entfernt, südlich Bozens im Trentin, wurde am letzten Samstag die Bärin KJ2 von Angehörigen der Forstwache erlegt. Seitdem kochen die Gemüter bei den Südtiroler Bärenfreunden hoch. Der Zorn richtet sich gegen den Trentiner Landeshauptmann Rossi, der das Einfangen des Tieres beziehungsweise bei gefährlichen Problemen damit den Abschuß angeordnet hatte.

LH Rossi hält an dem zentral von Rom aus gesteuerten Bärenprojekt „Life Ursus“ im Trentin fest, tritt aber dafür ein, daß dieses den aktuellen Gegebenheiten anzupassen ist. Tiere, die eine Gefahr für den Menschen darstellen und sich auffällig verhalten, müssen, so Rossi gegenüber seinen Kritikern, „entfernt werden“. Die Bärenpopulation im Trentino hält Rossi außerdem mit mehr als 60 Exemplaren für „viel zu hoch“. Vom Mehrwert des Bärenprojektes sei er jedoch nach wie vor überzeugt, so der Trentiner Landeshauptmann.

Mit einem Bären war es am 22. Juli in der Nähe des Terlago-Sees zu einem Zwischenfall gekommen. Ein 69jähriger Spaziergänger aus Cadine, der mit seinem angeleinten Hund unterwegs war, soll von dem Bären angefallen worden sein. Der Mann, der am Arm verletzt wurde, hat zwischenzeitlich einen Anwalt eingeschaltet und läßt Optionen für Schadensersatz prüfen. Was im Juli noch ungewiß war, ist inzwischen dank DNA-Analyse Sicherheit. Bei dem Bären handelte es sich um die Bärin KJ2. Das Tier schien keine Männer aus Cadine zu mögen, denn wie die Südtiroler News berichten, war es mit KJ2 bereits vor zwei Jahren zu einem Zwischenfall gekommen. Damals schon war das Opfer männlich und aus Cadine. Der Jogger war von der Bärin schwer verletzt worden.

An dem jüngsten Vorfall, der die Bärin jetzt das Leben kostete, ist der Spaziergänger nicht ganz schuldlos. Laut Medienberichten hat er sich vollkommen falsch verhalten und soll mit einem Stock auf die Bärin losgegangen sein, als diese vor ihm auftauchte. Erst danach soll das Tier ihn mit einem Prankenhieb zu Boden gerissen und herumgeschleift haben. Wenn sich der Vorfall tatsächlich so zugetragen hat, war KJ2 eigentlich eine ausgesprochen friedfertige Vertreterin ihrer Art.

 

 

 

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