Wasser auf die Mühlen von Separatisten

Share

Öffentliche Güter: Die Entzauberung einer Theorie

Auch freie Güter, die unter anderem solche Naturerscheinungen wie Luft, Wasser, Sonne und Wind umfassen und zu den Umweltgütern gehören, weisen wesentliche Eigenschaften öffentlicher Güter auf. Daher versagt der Markt auch bei der verantwortlichen Nutzung der Umwelt, so daß staatliche Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Umweltsanierung nötig werden. Wobei das Ozonloch trotzdem Ozonloch bleibt, wie wir aus Erfahrung wissen. Nur die Berichterstattung darüber ändert sich….

München. In einem jüngst für das Ludwig von Mises Institut Deutschland in Kronberg/Taunus gehaltenen Seminars veröffentlichten dieses nun einen Vortrag, mit dem sich der in Frankreich lehrende Ökonom Jörg Guido Hülsmann mit der Theorie der öffentlichen Güter auseinandersetzt. Seine Schlußfolgerungen sind letztlich konsequent weitergedacht, Wasser auf die Mühlen separatistischer Bewegungen.

Die Idee der öffentlichen Güter ist keinesfalls so jung, wie man meinen könnte – bereits der „Vater“ der modernen Volkswirtschaftslehre, Adam Smith, vertrat sie in seinem berühmten Werk „Vom Wohlstand der Nationen“. Hülsmann führt aus, daß es viele Argumente gäbe, die bei konkreter ökonomischer Betrachtung alle falsch sind, eingangs aber stellt er ein besonders dummes, von John Maynard Keynes vertretenes Argument vor.

Keynes behauptet, daß jene Güter, die nicht von der Privatwirtschaft bereitgestellt werden, vom Staat bereitgestelltwerden müßten. Was ohne jede ökonomische Bildung einleuchtend klingen mag, ist bei genauer Betrachtung aber schierer Unsinn. Denn in der Wirtschaft gelten Knappheitsbedingungen. Ressourcen sind niemals unendlich verfügbar. Das heißt, die Bürger müssen ihre knappen Ressourcen entsprechend ihrer Präferenzen einsetzen. Da der Staat nun über keine eigenen Ressourcen verfügt und diese auch nicht aus dem Nichts schaffen kann, muß er logischerweise auf die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen zurückgreifen. Wenn er also die vorhandenen Ressourcen nicht für die Bereitstellung der am höchsten geschätzten Güter, sondern für die am geringsten geschätzten – sonst würden die Bürger sie ja selbst bereitstellen- verwendet, dann betreibt der Staat nichts anderes als Verschwendung.

Auch in der Auseinandersetzung mit den Argumenten von A. Smith, P. A. Samuleson oder R. Coase kommt Hülsmann zu dem Schluß, daß die Theorie der öffentlichen Güter nicht stichhaltig ist. „Alle sogenannten öffentlichen Güter können privat gleich gut oder besser bereitgestellt werden. Zudem ist jede vorgenommene Abgrenzung zwischen beiden Gütern völlig willkürlich und wissenschaftlich nicht haltbar“, konstatiert Hülsmann.

„Hülsmanns Auseinandersetzung mit den öffentlichen Gütern, ist äußerst wichtig“ fügt Andreas Marquart, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts, an. „Zumeist dient diese Theorie nur dazu, das verschwenderische und unnütze Treiben staatlicher Institutionen zu legitimieren. Zudem wird diese Theorie dazu benutzt, die staatliche Kontrolle über das Geldwesen zu propagieren und zu verteidigen. Aber genau hierin liegt die Ursache für die Mehrheit aller sozio-ökonomischen Probleme unserer Zeit.“

Die Theorie der öffentlichen Güter dürfte auch auf der diesjährigen Konferenz des Instituts thematisiert werden. Unter dem Titel „Small is beautiful – vom Vorteil kleiner politischer Einheiten” wenden sich am Samstag, 21. Oktober, im Hotel „Bayerischer Hof“ in München namhafte Redner den positiven Effekten möglichst kleiner Staatseinheiten zu. Klar ist dabei wohl auf jeden Fall: je kleiner der Staat, desto geringer ist auch sein Bedürfnis, öffentliche Güter zu postulieren.

Quelle: Ludwig von Mises Institut, München

Share
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.