Zirngibl will den Chefsessel im Landratsamt

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Die Folgen eines Hausverbots und das feine Gespür für den Bürgerwillen

Teilansicht Landratsamt

Amtswechsel im September 2016 im Landratsamt Kelheim

Kelheim /Teugn. Man hat es nicht leicht, in diesen Tagen, so als Kommunalpolitiker. Die Leute wollen wissen, wie der Stand der Dinge ist. Mehr als in den Jahren davor, treibt sie die Sorge um. Kommt die Container-Siedlung auf die Wies’n nebenan? Was war letzte Nacht im Asylantenheim wieder los? Was macht unser Sportverein, wenn die Turnhalle vollgestopft ist und wir keinen Platz mehr haben? Müssen wir jetzt unsere Jugendarbeit einstellen? Wie viele sind denn überhaupt schon da? Fragen über Fragen und in den wenigsten Fällen gescheite Antworten.

Mit solchen und ähnlichen Problemen und Fragestellungen sehen sich viele Bürgermeister und Gemeinderäte im Herbst 2015 konfrontiert. Antworten haben, wie schon gesagt, die wenigsten von ihnen. Sie werden meist selbst im Dunkeln gelassen. Vielerorts jedenfalls. Wenn dann eine Meldung wie diese an das Ohr eines Kreisrates dringt, muß der nicht nur hellhörig werden, sondern auch besorgt sein: „Die haben in der Turnhalle auf dem Boden ein Feuer gemacht,“ ging die Meldung durch den Ort. „Die“, das waren ein Teil der Asylanten in Kelheim und der Ort des vermeintlichen Geschehens die Kelheimer Dreifach-Turnhalle.

Kommunalpolitiker mit Leib und Seele

Zirngibl Fritz

Fritz Zirngibl gibt seine Kandidatur als Landrat auf dem Landesparteitag in Kelheim bekannt.

Wenn eine solche Meldung an das Ohr vom Zirngibl Fritz gelangt, wird der hellhörig. Den Zirngibl kennen Sie ja, wir haben schon mehrmals im Zusammenhang mit ihm berichtet. Für alle, die nicht wissen, wer der Zirngibl Fritz ist, hier noch einmal eine kurze Beschreibung: Fritz Zirngibl ist ein sehr engagierter, bürgernaher Gemeinderat in der kleinen Gemeinde Teugn im Landkreis Kelheim. Zirngibl ist darüber hinaus auch Kreisrat im Landkreis Kelheim. Kommunal- und Kreispolitik bedeuten für den Anfangssechziger in erster Linie einmal die Lösung anstehender Probleme. Unkonventionelle Gedanken und Methoden sind ihm dabei nicht fremd, wenn eine realistische Chance für ihre Umsetzung besteht. Der Kreis- und Gemeinderat ist ein Mensch, der lieber mit anpackt, als schlaue Sprüche zu klopfen.

Wer sich in Zirngibl jetzt jedoch nur einen „Mann der Tat“ vorstellt, kennt seine zweite Seite noch nicht. Zirngibl versteht es mit dem Wort ebenso exzellent umzugehen, wie mit irgendeinem Werkzeug. Er schreibt „Stückl“ für eine Laienbühne und gibt nebenbei dann gleich auch noch den im Organisieren bewanderten Regisseur, wenn Not am Mann ist. Er versteht es also, seine Mitmenschen in Szene zu setzen und wenn’s sein muß, auch sich selbst. In seiner Freizeit trainiert er seit 40 Jahren aktiv Karate und leitet zur Zeit im Bad Abbacher Karate-Verein Bushin-Kan einen Frauen-Selbstverteidigungskurs. Die Zeiten werden gefährlicher und Frauen-Power ist gefragt. Jede Partei würde sich die Hände reiben, einen so volksnahen, rührigen und dabei auch noch ideenreichen Politiker in ihren Reihen zu haben.

Totgeschwiegen vom Bayerischen Rundfunk

Genau das ist das Problem. Fritz Zirngibl ist Parteimitglied. Allerdings nicht bei der bayerischen Schoßhündchenpartei CSU, die sich von Merkels Schoß aus nur im kaum wahrnehmbaren verhalten-heißerem Gekläffe übt, um dann von einer mitleidig-fühlenden Kanzlerin mit einem mageren Knochen abgespeist zu werden; auch nicht bei den Volksverkäufern von der SPD und ihrer volksverhetzenden Generalsekretärin Fahimi oder gar den pädophil-genderdamischen grünen Deutschenhassern. Nein, der Zirngibl vertritt Volksinteressen und hier vorzugsweise die der normal denkenden bayerischen Ureinwohner. Das heißt: Fritz Zirngibl tritt in erster Linie für bayerische Interessen und die der bayerischen Bevölkerung ein. Die Plattform dazu ist – die Bayernpartei!

Bayernpartei? Kennen Sie noch nicht? Sollten Sie aber! Das ist jene Partei, die vom zur Überparteilichkeit verpflichteten, von jedem Einwohner zwangsfinanzierten Bayerischen Rundfunk – mit entsprechender Ansage gegenüber Parteivertretern – der Öffentlichkeit gegenüber eisern totgeschwiegen wird. Obwohl, oder wohl gerade weil sie an der Mitgliederzahl „gefühlt“, die drittstärkste Partei im Freistaat hinter CSU und SPD sein müßte – tatsächlich rangieren die GRÜNEN noch vor ihr – und in den Bezirkstagen beziehungsweise in den Kommunalparlamenten sowie auch Kreistagen den etablierten „Feuer unterm Hintern“ macht. Die Parteimitglieder und ihre engagierten Kommunalpolitiker lassen selten eine Gelegenheit aus, um beispielsweise mit einer „Biker-Revolution“ vor dem Regensburger Dom oder einem Eklat im Kreistag wegen der Untätigkeit gegen beabsichtigte Massentierhaltung für die Bürgerinteressen einzutreten. Oder einer Unterschriftensammlungen wie jüngst in Rosenheim, den Bevölkerungswillen gegen die geplanten Parkgebühren für die Loretto-Wiese durchzusetzen. Das ist eine Entwicklung, die den schwarzen und roten Stadt-, Gemeinde und Kreisfürsten ebenso wenig gefällt, wie jenen von den Freien Wählern. Und ausgerechnet diesem „weißblauen Rebellenhaufen“ gehören Männer wie der Fritz Zirngibl an.

Viel zu viel „Oberschicht“, um Toiletten sauber zu hinterlassen

Von den Gerüchten über ein Lagerfeuer in der Dreifachturnhalle aufgeschreckt, machte sich Zirngibl auf den Weg zum Ort des Geschehens. Der anfängliche Widerstand der Wachleute, die Zirngibl den Zutritt erst verweigerten, war unter Hinweis auf seine Eigenschaft als Kreisrat schnell gebrochen. Die Schäden am sündteueren Hallenboden waren, wie Zirngibl unserer Redaktion gegenüber ausführte, „schwer auszumachen, da eine dünne Abdeckung eine Sichtnahme verhinderte.“ Seine im Anschluß an die Ortsbesichtigung an das Landratsamt Kelheim gerichtete Frage nach Schäden und dem offenen Feuer blieb von diesem unbeantwortet. Einer der Wachmänner hatte Zirngibl gegenüber allerdings bestätigt, daß „Löcher“ im Boden vorhanden sind. Auch waren Scheiben im Eßbereich gebrochen. Der Wachmann führte aus, so Zirngibl, „daß die Flüchtlinge dort Fußball gespielt hätten.“

Zirngibls unangemeldeter Besuch am 28. August diesen Jahres in der Asylantenunterkunft allerdings, löste heftige Reaktionen aus. Nicht etwa bei den Asylbewerbern, die sich vielleicht durch seinen „Kontrollgang“ belästigt gefühlt hätten. Sie spielten gleichgültig auf den Liegen herumlümmelnd auf ihren Smartphones, während die Kelheimer Putzfrauen die verdreckten Toiletten reinigten. Nein, die Reaktion kam vom Landratsamt nach des Zirngibls eigenmächtigem Besuch.

Hausverbot für die Kreisräte

Er habe sich unter Vorspiegelung falscher Behauptungen unrechtmäßig Zutritt verschafft, hieß es da in einer Mitteilung der Verwaltung und der Hammer, den sonst der Zirngibl symbolisch gerne selber schwingt, kam gleich hinterher: Er habe sich damit einer Grundrechtsverletzung schuldig gemacht, wurde ihm schriftlich bedeutet. Auch habe er sich in Zukunft von der Einrichtung fern zu halten, da für die Asylantenangelegenheit der Bund zuständig sei und Bundesangelegenheiten ihn in seiner Eigenschaft als Kreisrat nicht zu interessieren haben. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „[…] für die staatliche Aufgabe der Asylbewerberunterbringung sind die Kreisgremien nicht zuständig. Die Unverletzlichkeit von Wohnraum ist grundgesetzlich geschützt. Abschließend bitte ich Sie noch einmal, das klare Zugangsverbot zur Erstaufnahmeeinrichtung Dreifachturnhalle zu berücksichtigen.[…]“

Der Zirngibl schießt zurück

Der Rüffler kam dann auch nicht vom Kelheimer Landrat selbst, wie man hätte erwarten dürfen, sondern von einer Verwaltungsangestellten. Wer jetzt allerdings annimmt, davon ließe sich ein Kreisrat vom Format eines Zirngibl einschüchtern, irrt. Gewaltig sogar und so setzte sich der Teugner an seinen PC, um der Sachbearbeiterin in der Kreisverwaltung auf dem gleichen technischen Wege zu antworten, wie diese ihn angeschrieben hatte – mit einer eMail. Fritz Zirngibl schreibt: „[…] nachdem Sie nunmehr ein Wochenende Gelegenheit hatten, mein Anliegen „Besichtigung der Dreifachturnhalle Kelheim“ zu rekapitulieren, möchte ich Sie in dem Zusammenhang um Auskunft zu folgenden Fragen bitten:

1. Ist der Landkreis Kelheim noch Eigentümer der Dreifachturnhalle oder hat sich an diesem Status etwas zum Nachteil des Landkreises verändert?

1a) Wenn ja, bitte ich um Mitteilung, was sich verändert hat und wann.

2. Als Kreisrat bin ich mit verantwortlich, dafür Sorge zu tragen, dass der Werterhalt von Kreiseinrichtungen gesichert ist. Wenn Sie das anders sehen wollen, benennen Sie mir bitte Verordnung oder Gesetz, auf das Sie Ihre geschätzte Meinung stützen.

3. Vermisse ich in Ihren bisherigen Ausführungen nicht nur einen Hinweis darauf, wer anstelle des Landkreises im Fall der Dreifachturnhalle nun Eigentümer ist.

4. Sie haben es auch versäumt, mir einen entsprechenden Ansprechpartner für die Erteilung einer „Betretungsgenehmigung“ zu benennen, wobei ich eine solche Erfordernis keinesfalls mit meiner Frage anerkenne!

5. Da, wie Sie selbst schreiben, der Landkreis für die Aufgabe der Asylunterbringung Kreisgremien – was immer Sie darunter auch verstehen mögen – nicht zuständig ist, fällt eine Entscheidung,

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