Zuerst sterben die Bienen …

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Ein Appell zum Erhalt der Biodiversität von BP-Kreisrat Fritz Zirngibl

tote bienen vor dem bienenschlag am hauserer berg in der gemeinde teugn

Erschreckender Fund: Tote Bienen

Teugn. Als Fritz Zirngibl seinen Hund ausführte machte er in der Nähe von Bienenstöcken vor wenigen Tagen in seiner Heimatgemeinde Teugn, am Hauserer Berg, eine seltsame Entdeckung: hunderte verendeter Bienen lagen im Schnee. Um so mehr er der Sache auf den Grund ging und sich umblickte, um so mehr tote Bienen entdeckte er. Tausende? Wie können Bienen im Winter ausfliegen? Wurden Bienstöcke von Vandalen umgeworfen? Bohrende Fragen, auf die es nicht sofort eine Antwort gab. Er setzte er sich umgehend mit dem betroffenen Imker in Verbindung, um ihn Bericht zu erstatten. Dieser hatte allerdings das große Sterben seiner fleißigen Honigsammlerinnen bereits bemerkt. Fünf bis sechs seiner insgesamt dreizehn Bienenvölker sind krank, berichtete er Zirngibl. Und kranke Bienen fliegen zum Sterben aus, so der Imker.

Der sehr naturverbundene und seit Jahren um das Wohl von Pflanzen und Tieren engagierte Kreis-und Gemeinderat der Bayernpartei wollte dieser traurigen Angelegenheit weiter auf den Grund gehen. Gritz Zirngibl: „Albert Einstein soll einmal folgendes gesagt haben: Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr“.

im januar 2017 von naturfreund fritz zirngibl entdeckte tote bienen

Nur eine handvoll toter Bienen?

Soweit will es der weißblaue Kreisrat nicht kommen lassen, „denn das Bienensterben ist“, so Zirngibl, „in unserer Gemeinde Teugn kein Einzelfall“. In der Imkerversammlung in Mitterfecking in der letzten Woche hatten Imker berichtet, daß auch ihnen ebenfalls mehrere Bienenvölker gestorben sind. Auf der Suche nach den Ursachen ist Zirngibl schnell in Fachgesprächen mit den Imkern fündig geworden. Der Hauptgrund aus Sicht der deutschen Imkerschaft, so berichtet Zirngibl, sind Spritzmittel, mit der daraus resultierenden Monokultur. Die Bienen finden so nur sehr einseitige Nahrung und ihr Immunsystem wird zunehmend geschwächt. Die Varroa-Milbe, ein aus Afrika eingeschleppter Parasit, hat dadurch leichtes Spiel“, wie die Imker feststellen.

Hier appelliert der Zirngibl, als Kreis-und Gemeinderat, an das Gewissen der Bauern, damit der Spritzmitteleinsatz freiwillig reduziert wird. In der Landwirtschaft wird zum Beispiel „Roundup“ seit 1974 verwendet, um Unkraut oder konkurrierende Pflanzen von Äckern vor Aussaat der Kulturpflanze abzutöten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte den, in Roundup enthaltenen Stoff Glyphosat, bereits im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Zahlreiche Labosversuche in europäischen Forschungseinrichtungen hatten zuvor eindeutige Hinweise erbracht. Dazu Zirngibl: „Wir erleben hautnah, wie durch das Totspritzen der Äckerwildkräuter die Lebens- und Nahrungsgrundlage für viele Tierarten zerstört wird. Oft werden in unsinniger Weise selbst die Feldwege und Wegränder auch noch totgesprüht. Zusätzlich belasten große Monokulturen von Maisanbau die Umwelt. Mais wird durch Beizung mit Pflanzenschutzmittel gegen Pilzbefall und Schädlinge >behandelt<. Wenn dann die Bienen die Granulatstropfen an den Maistängeln im Frühtau aufnehmen, ist damit ihr vorzeitiges Ende schon besiegelt.“

Kreisrat Zirngibl sieht verschiedene Ansätze: „Ein positiver Beitrag für die Umwelt und insbesondere für die Lebensqualität der Bienen wäre auch das >Greening< an Feldrändern. Diese ökologischen Feldrandstreifen, mit ihrem reichen Blütenangeboten, bieten dann nicht nur Bienen eine reichliche Nahrungsquelle. Zudem gibt es auch hierfür Fördergelder über die Landratsämter“. Auch die Bepflanzung von Ranken mit unterschiedlichen blühenden Buschwerk würde vielen Tieren aus der Feldflur wie Hase und Rebhuhn Rückzugsmöglichkeiten bieten. Weiterhin sind Steuobstwiesen äußerst sinnvoll: Käfer, Bienen, Wespen und Hummeln, auch Tausendfüßer und Spinnentiere profitieren von den artenreichen und oft auch blütenreichen Obstwiesen. Zudem gibt es auch hier zahlreiche Fördermaßnahmen (Kulturlandschaftsprogramm – KULAP – Fördermittel beantragen!)), welche über das jeweilige Landratsamt beantragt werden können“. Zirngibls Bruder ist Landwirt und legte zum Beispiel eine Streuobstwiese mit 40 unterschiedlichen Obstbäumen an, welche durch Nutzung der Fördermittel, unter 400 Euro kostete. Pflanzung inklusive! Zirngibl: „Ökologisch denken und trotzdem profitabel handeln: Wege dazu gibt es viele“!

Landwirte, die Kreisrat Fritz Zinrgibl in seinen Bestrebungen um eine intakte Natur unterstützen wollen, können jetzt bei ihrem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Anträge zur Förderung aus dem Kulap-Programm und dem Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) stellen. Die Frist läuft am 17. Februar 2017 ab. Näheres zu den beiden Förderprogrammen und weitere Hinweise zur Förderung finden Sie in diesem Beitrag:

KULAP in Bayern: Anträge jetzt stellen

Fotos:F ritz Zirngibl
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